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POLITIK: Ralf Heimann gegen BFB

MAZ vom 10.06.2011

Kandidatentest der Bürger für Brieselang: FDP-Kandidat kritisiert Verfahren

BRIESELANG - Rund ein Dutzend Brieselanger stehen vor der Robinson-Grundschule, sie sind im Ärger vereint. Zu ihnen gehört auch Ralf Heimann, der FDP-Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 11. September. Gerade ist die Kandidatenbefragung zu Ende gegangen, in der die Wählervereinigung Bürger für Brieselang (BFB) herausfinden wollte, für wen sie sich ausspricht.

 

Heimann und seine Unterstützer finden, die Veranstaltung sei auf den Bürgermeister Wilhelm Garn zugeschnitten gewesen. Einige Besucher und 18 Mitglieder der Wählervereinigung Bürger für Brieselang (BFB) sitzen noch im Gebäude. Gleich werden 15 von ihnen dafür stimmen, Garn zu unterstützen, drei enthalten sich. Heimann scheint das egal zu sein. Die Organisation der Veranstaltung habe gezeigt, dass die BFB „eindeutig mein Gegner“ sei.

Warum all der Ärger? Heimann und die parteilosen Verteiler eines Flugblattes kritisieren, dass der FDP-Gemeindevertreter in den beiden Fragerunden und im Abschlussplädoyer immer zuerst ran musste. Auch die Fragen selbst haben den Herausforderer gestört. „Mir geht es vor allem um soziale Themen, nach denen wurde ich aber nicht gefragt.“ Außerdem irritierte den Bundesbanker der Wunsch der BFB, die Veranstaltung mit einer Videokamera filmen zu wollen.

Zum Prozedere: Jeweils rund 20 Minuten konnten BFB-Gemeindevertreter Bürgermeister Garn und seinem Kontrahenten Heimann Fragen stellen, danach durften sich die mehr als 60 Besucher etwa genauso lange zu Wort melden. Es ging um Energiepolitik, den demografischen Wandel, Bürgerbeteiligung, den Gemeindehaushalt und vieles mehr. In einem fünfminütigen Plädoyer durften die beiden nochmal ihre wichtigsten Anliegen äußern – egal zu welchem Thema, selbst zur Sozialpolitik.

Und tatsächlich ging es auch um politische Konzepte, wenn auch selten. Ralf Heimann nannte Maßnahmen, mit denen sich die Energiewende in Brieselang umsetzen lasse, etwa die Einführung von Elektroautos als Dienstwagen. Apropos Ökologie – zum Streitthema Baumfällung in der Karl-Marx-Straße positionierte sich der FDP-Kandidat auch. „Auf den Gehwegen werden sich viele Senioren tummeln“, sagte Heimann. Er habe sich daher für den Bau eines breiteren Weges und die Fällung von 50 Bäumen ausgesprochen. Einmal mehr distanzierte sich der Gemeindevertreter vom Brielanger Modell, das den Bau von Straßen ermöglichte, indem sich Anlieger am Gemeindeanteil beteiligten.

Amtsinhaber Garn warb für seine Haushaltspolitik und sagte, dass er auf dem Weg zur Entschuldung „Licht am Ende des Tunnels“ sehe. Schließlich sei Brieselang ohne neuen Kredit. Als Beispiel für eine gute wirtschaftliche Entwicklung nannte er ein Forensik-Unternehmen, dass sich bald in Zeestow ansiedeln werde. Garn gab zu, dass die Verwaltung „bei vielen Aufgaben zeitlich im Rückstand“ sei. In der Öffentlichkeitsarbeit habe er ein „Brieselanger Weltpatent“ unterschätzt: die stille Post.

Und wer sich kurze Zeit später vor der Schule umhörte, brauchte nicht lange, um die neuesten Gerüchte zu erfahren. Die stille Post lief auf Hochtouren. (Von Maurice Wojach)

 

INTERVIEW

„Wir sind nun mal nicht die FDP“Mit Christian Achilles, BFB-Fraktionsvorsitzender, sprach Maurice Wojach über die Kritik an der Befragung.

MAZ: Was für einen Eindruck hatten Sie von der Veranstaltung?

Christian Achilles: Ich fand, dass beide Kandidaten ihre Positionen gut zum Ausdruck bringen konnten. Es gab viele Sachinformationen, die uns geholfen haben, zu klären, für wen wir uns entscheiden.

Ralf Heimann ist weniger zufrieden. Ihn hat zum Beispiel gestört, dass er gefilmt werden sollte.

Achilles: Wir hatten erst spät von dieser Möglichkeit erfahren und am Tag der Befragung beide Kandidaten darüber informiert. Herr Heimann wollte nicht, dass die Kamera läuft, und das haben wir natürlich respektiert.

Was sagen Sie zu der Kritik, es habe zu wenige sozialpolitische Fragen gegeben und alles sei auf den Bürgermeister zugeschnitten gewesen.

Achilles: Wir sind nun mal nicht die FDP – wir fragen, was uns wichtig ist. Es ging auch um Schulen und die Wohnsituation, für mich sind das soziale Themen. Unsere fünf Wahlprüfsteine haben wir vor langer Zeit öffentlich gemacht. Herr Heimann hat die größte Fraktion in der Gemeindevertretung vor den Kopf gestoßen.

 


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